Das Thema Nachhaltigkeit wird in der Branche oft als Greenwashing missbraucht. Es gibt kein ökologisch unbedenkliches Teakholz aus Plantagennutzung. Überhaupt kann man den Siegeln der Überseehölzer genauso wenig vertrauen, wie einem hungrigen Menschen mit Kettensäge.
Jeder Betrieb wird somit eigene Standards für umweltbewusste Arbeit definieren und Perfektion ist ein schier unerreichbarer Zustand, weil nicht alle Prozesse verfolgt werden können.
Auch ich baue keine reinen Bio Möbel, deshalb will ich dir etwas über meine Arbeit erzählen:
Beratung
Für mich beginnt Nachhaltigkeit schon beim ersten Kundengespräch, zu dem ich innerhalb Hamburgs meist mit dem Fahrrad erscheine. Auch kleinere Reparaturen erledige ich mit Fahrrad und Anhänger. Ansonsten liefere ich Möbel mit meinem kleinen Transporter, in dem sich, für große Parkverbotszonen ein großer Tretroller befindet.
Bei der Beratung geht es mir um den Verkauf solider Möbel mit einem geringen Materialmix. Je übersichtlicher, desto besser. Natürliche Materialien bekommen den Vorzug.
Gerne verwende ich:
- Europäische Hölzer, wie Nussbaum, Eiche, Buche, Esche, Zirbelkiefer
- Linoleum von Forbo
- Starkschnittfurnier
- Im Holz ausgeformte Griffe
- Bio Öle, wie Monocoat oder Öle von Saicos
- Multiplex, Tischlerplatte
- OSB mit Öko Siegel
- Plattenmaterial von Egger die ich bei A&J kaufe
- Massivholz von A&J
Plattenmaterialien sind nicht per se schlecht, denn sie bieten neue Funktionen und eine Reduzierung kostbarer Materialien.
Melaminharzbeschichtete Oberflächen und Schichtstoffe sind auch sinnvoll, wenn sie eine längere Haltbarkeit des Produktes gewährleisten.
Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit Qualitätsherstellern.
Planung
Wenn ich die Planung beginne, ist die Langlebigkeit und Robustheit das oberste Gebot der Nachhaltigkeit.
Bei der Materialbestellung plane ich exakt die Menge ein, die ich benötige und ich kaufe ausschließlich bei Hamburger Händlern, damit ich mir die Ware auch am Lager anschauen kann und damit die Lieferwege kurz sind.
Meine Möbelverbindungen sind selten geleimt. Die Konstruktion muss jederzeit mit hochwertigen Verbindern demontierbar sein. Das kann zB bei einem Wasserschaden oder Umzug relevant werden.
Ich baue so, dass ich das Möbel mit einer Fahrt liefere und vor Ort aufbaue. Kein Möbel wird vorher in der Werkstatt aufgebaut, schließlich verkaufe ich keine gebrauchten Möbel.
Ich verwende nur im Nässebereich hochwertige PU Kleber, ansonsten nur Weißleim und mechanische Verbindungen.
Unsichtbare Flächen belege ich, wenn mechanisch notwendig (Linoleum, Furnier), mit Papier.
Herstellung
Die Fertigung ist maschinell, jedoch analog geleitet. Keine aufwendige PC Vorbereitung. 3D Zeichnungen per Hand sind bilderrahmentauglich. Ich habe durch fehlende Arbeitsübergaben eine äußerst geringe Fehlerquote, was mir erlaubt, ohne größeren Verschnitt zu arbeiten.
Die Maschinen sind modern und energiesparsam und meine Energiekosten sind gering.
Auslieferung
Wenn ich die Möbel ausliefere, werden die Materialien nur minimal verpackt. Ich liefere immer nur mit einer Fahrt und bemühe mich um eine kurze Montage, wenngleich ich alle Möbelelemente in Einzelteilen liefere und erst vor Ort montiere. Dadurch kann ich alleine liefern.
Beim Zusammenbau versuche ich Handmaschinenarbeit auf ein Minimum zu reduzieren. Das vermeidet Staub, Lärm und ist zumeist hochwertiger im Ergebnis.
Verblendungen und Sockel werden nie geklebt und nur im Nassbereich versiegelt.
Abschluss
Fertig bin ich, wenn ich weiß ein gutes solides Möbelstück gebaut zu haben, denn das ist das beste Qualitätssiegel für eine nachhaltige Arbeit.
Und wenn das Möbel doch einmal nicht mehr in dein Leben passen sollte, wird es einfach abzubauen und ohne großen Aufwand und Problemstoffe zu entsorgen sein.
Versprochen!